Der Heineken Cup in Amsterdam als erste Bewährungsprobe
auf dem Wasser.
Nach dem Indoor Cup in Essen-Kettwig wurde ich gefragt ob ich zusammen mit anderen
Ruderinnen am Heineken Vierkampf in Amsterdam teilnehmen möchte. Da ich
das ständige Einer fahren langsam satt hatte stimmte ich gerne zu und fuhr
zum ersten Großboottraining nach Essen. Dort testeten wir zusammen mit
den Juniorinnen, darunter auch Nora Franzen vom WSVH, verschiedene Viererkombinationen.
Anschließend sollte noch das Ergebnis der LS Oberhausen mitbewertet werden
um über die Bootsbesetzungen zu entscheiden.
Eine Woche später ging es am frühen Morgen auf nach Amsterdam. Am
ersten Tag standen 2500m und 250m auf den Programm. Ich startete zusammen mit
Nora Oelbermann (Kettwiger RG), Anna Kazuch und Antje Kleinbielen (beide Etuf).
Es werden jeweils die Durchschnittszeiten von 250m gebildet und in Punkte umgerechnet.
Des weiteren gibt es nur Achter und Doppelvierer mit Steuermann, die immer hintereinander
in knappen Zeitabständen gestartet werden. Das soll das Ganze für
die Zuschauer spannender gestalten. Diese sind in Amsterdam mehr als zahlreich
vertreten. Ganze Fahrradhorden begleiten das Renngeschehen am Kanal. Das Renngeschehen
hat absoluten Vorrang, da wird nicht einmal vor Fußgängern und roten
Ampeln haltgemacht. Die Ergebnisse des ersten Tages waren mehr oder weniger
zufriedenstellend, aber die Langstrecke (5000m) und das 750m Rennen am nächsten
Tag ließen noch hoffen.
Abends besuchten wir noch die Innenstadt von Amsterdam.
Am nächsten Morgen, ausgeschlafen und voller Tatendrang versuchten wir
erneut die Spitze anzugreifen. Über Nacht war ein gewaltiger Sturm aufgezogen.
Dieser war bei der 750m Strecke leider noch gegen uns, bei der Langstrecke konnte
man jedoch von einem Schiebesturm sprechen. Doch vor dem Start der Langstrecke
herrschte das Chaos. Ungefähr 200 Achter und Vierer lagen auf dem Kanal.
Während diese auf ihren Start warteten (alle Boote mussten bis 14.30 hinter
der Startlinie liegen) trieben sie ineinander. Gegen den Wind und das Chaos
ankämpfend legten wir uns schließlich ans rettende Ufer. Bis wir
endlich starteten waren wir ziemlich durchgefroren. Noch während den ersten
Startschlägen musste ich mit den Zähnen klappern. Dennoch gingen wir
gut über die Strecke und erreichten letztendlich in der Gesamtwertung den
3.Platz. Nora Franzen gewann in ihrer Altersklasse.
Froh endlich wieder warm und trocken zu sein machten wir uns auf die Heimreise.
Ich bin froh, an dieser Regatta teilgenommen zu haben, denn so eine große
Regatta habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Des weiteren sind es die unzähligen
Zuschauer, die den Heineken Cup zu einem solch unvergesslichen Erlebnis machen.