Regattabericht Amsterdam Heineken Cup (13./14.03.04)

Der Heineken Cup in Amsterdam als erste Bewährungsprobe auf dem Wasser.
Nach dem Indoor Cup in Essen-Kettwig wurde ich gefragt ob ich zusammen mit anderen Ruderinnen am Heineken Vierkampf in Amsterdam teilnehmen möchte. Da ich das ständige Einer fahren langsam satt hatte stimmte ich gerne zu und fuhr zum ersten Großboottraining nach Essen. Dort testeten wir zusammen mit den Juniorinnen, darunter auch Nora Franzen vom WSVH, verschiedene Viererkombinationen.
Anschließend sollte noch das Ergebnis der LS Oberhausen mitbewertet werden um über die Bootsbesetzungen zu entscheiden.
Eine Woche später ging es am frühen Morgen auf nach Amsterdam. Am ersten Tag standen 2500m und 250m auf den Programm. Ich startete zusammen mit Nora Oelbermann (Kettwiger RG), Anna Kazuch und Antje Kleinbielen (beide Etuf). Es werden jeweils die Durchschnittszeiten von 250m gebildet und in Punkte umgerechnet. Des weiteren gibt es nur Achter und Doppelvierer mit Steuermann, die immer hintereinander in knappen Zeitabständen gestartet werden. Das soll das Ganze für die Zuschauer spannender gestalten. Diese sind in Amsterdam mehr als zahlreich vertreten. Ganze Fahrradhorden begleiten das Renngeschehen am Kanal. Das Renngeschehen hat absoluten Vorrang, da wird nicht einmal vor Fußgängern und roten Ampeln haltgemacht. Die Ergebnisse des ersten Tages waren mehr oder weniger zufriedenstellend, aber die Langstrecke (5000m) und das 750m Rennen am nächsten Tag ließen noch hoffen.
Abends besuchten wir noch die Innenstadt von Amsterdam.
Am nächsten Morgen, ausgeschlafen und voller Tatendrang versuchten wir erneut die Spitze anzugreifen. Über Nacht war ein gewaltiger Sturm aufgezogen. Dieser war bei der 750m Strecke leider noch gegen uns, bei der Langstrecke konnte man jedoch von einem Schiebesturm sprechen. Doch vor dem Start der Langstrecke herrschte das Chaos. Ungefähr 200 Achter und Vierer lagen auf dem Kanal. Während diese auf ihren Start warteten (alle Boote mussten bis 14.30 hinter der Startlinie liegen) trieben sie ineinander. Gegen den Wind und das Chaos ankämpfend legten wir uns schließlich ans rettende Ufer. Bis wir endlich starteten waren wir ziemlich durchgefroren. Noch während den ersten Startschlägen musste ich mit den Zähnen klappern. Dennoch gingen wir gut über die Strecke und erreichten letztendlich in der Gesamtwertung den 3.Platz. Nora Franzen gewann in ihrer Altersklasse.
Froh endlich wieder warm und trocken zu sein machten wir uns auf die Heimreise. Ich bin froh, an dieser Regatta teilgenommen zu haben, denn so eine große Regatta habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Des weiteren sind es die unzähligen Zuschauer, die den Heineken Cup zu einem solch unvergesslichen Erlebnis machen.