AllgemeinRegatten

DJM #3 Finaltage

Veröffentlicht

Es ist jetzt schon fast 1,5 Wochen her, dass die diesjährigen Finalläufe der Jahrgangsmeisterschaften U23, U19 und U17 unter hochsommerlichem Wettereinfluss den brandenburgischen Beetzsee kreuzten. Wir haben viele Rennen, großen Sport und dramatische Rennverläufe in vielen verschiedenen Alters- und Bootsklassen gesehen. Und es ist wieder einmal klar geworden, dass das Nachwuchsrudern in Deutschland ein wahnsinnig hohes Niveau hat. In vielen Bootsklassen muss alleine schon für das Erreichen des Finals eine maximale Leistung erbracht werden, ganz zu schweigen vom Gewinn einer Medaille. (Große) Vereine mit professionellen Leistungssportstrukturen sowie gut kooperierende Stützpunkte und Regionalgruppen sind hierbei klar im Vorteil. Darum sind wir als einer der kleineren Vereine wahnsinnig stolz auf jedes einzelne Ergebnis unserer Nachwuchsathleten, die alle mit einer Finalplatzierung und zusätzlich mit einer Silber- und einer Bronzemedaille dekoriert aus Brandenburg zurückkamen.

Der Jüngste war, wenn man die Medaillenfarbe betrachtet, der erfolgreichste Teilnehmer aus Hürther Sicht. Als Schlagmann des Leichtgewichts-Doppelvierers U17 vom Stützpunkt Rheinland-Süd stand Lennert Zyla nach seinem Rennen auf der zweithöchsten Treppenstufe des Siegerpodests. Vor drei Wochen waren er, Bruno Hirsch, Lucas Böhlefeld (beide Köln), Jona Lübbing (Minden) und Steuerfrau Paula Gradl (Siegburg) in den fast identischen Feld Fünfter geworden. In diesem Finalrennen stritten sie sich über 1.000m hinweg mit „Schleswig-Holstein 2“ um den dritten Rang, den sie zu Beginn des Endspurts eigentlich sicher hatten. Damit hatten sie aber nicht genug… Auf Ansage der Steuerfrau wurden die letzten Schläge des Endspurts noch einmal deutlich nach oben gekurbelt, so dass das Team vom Bodensee noch um 4/10 Sekunden auf den zweiten Platz verwiesen werden konnte! Und erst im Nachgang fiel so richtig auf, dass die Goldmedaille der haushohen Favoriten „Schleswig-Holstein 1“ auch nur knapp eine Sekunde weg war – eine großartige Leistung! Unsere Glückwünsche gehen auch an Gero Mimberg, der die Jungs als Bootstrainer hervorragend vorbereitet und eingestellt hatte!

Wie hoch die Leistungsdichte im Riemenbereich U19 ist, hat Gero Hensengerth zusammen mit seinem Partner Joshua Klaas (Leverkusen) in dieser Saison schon das ein oder andere Mal erfahren können/müssen. Besonders der Vierer ohne Steuermann, dessen Gewinn die Direktqualifikation für die Junioren WM bedeutet, war mit vier sehr starken Mannschaften besetzt. Vor dem Finale war klar: nur eine 100%-Leistung wird die erhoffte Medaille bringen. Leider wurde Gero’s Boot schon am Start von einem Gegner der die Bahn nicht halten konnte behindert, so dass man von Anfang an zu weit hinterherfuhr. Im Kampf um die Bronzemedaille verließ dann unser Boot ebenfalls seine Bahn und wurde (aus unserer Sicht unnötigerweise) nachträglich als Vierter deshalb auch noch disqualifiziert. Naja. Aber aus der Enttäuschung wächst ja manchmal neue Kraft, so dass im abschließenden Achterrennen das Team NRW mit Gero an Bord im prestigeträchtigen Achterrennen der Regionalgruppen sich die wohlverdiente Bronzemedaille erkämpfen konnte. Auch hier unser herzlicher Dank an den Bootstrainer des Vierers, Ralf Müller!

Für Moritz Volkmuth, unserem einzigen U23 Ruderer, lief es im B-Finale seines Einers nicht wie erhofft und er kam als Vierter ins Ziel. Im Doppelzweier hatte er sich zusammen mit Julius Hendrik Gülker (Dorsten) überraschend ins A-Finale vorgekämpft und belegte hier dann den sechsten Platz.

Simon Mellin befand sich im Halbfinalrennen des Doppelzweiers U19 zusammen mit Moritz Witten (Honnef) bereits auf dem Kurs ins A-Finale, bevor die beiden im Endspurt nachhaltig an einer Boje hängen blieben. Es war einigermaßen unfassbar, dass sie nach diesem kapitalen „Krebs“ nicht kenterten und nur mit fünf Sekunden Rückstand auf den dritten Platz ins Ziel kamen. Im B-Finale lieferten die beiden Künstler dann ein tolles Rennen ab und fuhren sicher auf den zweiten Platz.

Durch den Sieg im Vorlauf war der Doppelvierer U19 mit Ruben Mellin an Bord etwas überraschend direkt ins A-Finale eingezogen. Traditionell setzt der DRV die stärksten Skuller in drei Mannschaften, die üblicherweise die Medaillen unter sich ausmachen, was auch in diesem Jahr wieder gelang. Die Mannschaft von Ruben konnte hier nicht mithalten, ließ aber auf dem fünften Platz erkennen, dass im nächsten Jahr mit ihnen auch weiter vorne zu rechnen sein könnte.

Mit dieser Regatta ging eine intensive Hauptsaison zu Ende und wir blicken wiederum auf eine tolle Entwicklung unserer jungen Ruderer mit vielen kleinen und großen Erfolgen zurück. Ob Langstreckentest, Ergometerleistung, Regattasiege /-Platzierungen oder die Bewältigung des Trainingspensums neben Abiturklausuren oder Schule – jeder hatte seine persönlichen und mannschaftlichen Erfolge und auf diese Leistung kann man zurecht Stolz sein! Ein riesengroßer Dank geht in diesem Zusammenhang an unser Trainerteam Lorenz Diergarten, Sabrina Schoeps, Achim Behrens und Christoph Körner, die immer wieder mit viel Herzblut und Know-How die finanziellen und strukturellen Vorteile der großen Vereine ausgleichen und unsere Nachwuchsathleten für die Wettkämpfe fit und bereit machen. Ohne sie wäre auch „alles nichts“!

Wir wünschen eine schönen Sommer und immer wieder herrliche Ruderkilometer!!