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Frühtest – ohne Schaumkrone… (Köln)

Parallel zur Deutschen Kleinbootmeisterschaft rief die Bundestrainerin auch die Juniorinnen und Junioren der Altersklasse A (17/18 Jahre) zur Leistungsüberprüfung zur Kölner Regattabahn. Aus Hürther Sicht nahmen Gero Hensengerth mit seinem Zweierpartner Joshua Klaas (RTHC Leverkusen) sowie Simon und Ruben Mellin teil. Auch dieser sogenannte „Frühtest“ war geprägt von einer hohen Leistungsdichte und einem hohen Leistungsniveau. Die Ergebnisse aus Hürther Sicht waren gemischt, obwohl dieses Mal die Schaumkronen auf dem Wasser fehlten, die uns noch im vergangenen Jahr auf den Jugendmeisterschaften an derselben Stelle so zu schaffen machten.

Einen fast makellosen Lauf legte hierbei Simon Mellin im Einer hin. Er war aufgrund des enormen Aufwands nicht auf dem zentralen Langstreckentest in Leipzig gestartet (warum eigentlich dürfen die Riemer in NRW bleiben und alles ist gut und die Skuller müssen nach Leipzig?? Alte Gewohnheiten trotzen doch immer noch am nachhaltigsten der Vernunft…). Daher wurde er, genauso wie sein Bruder Ruben, im hinteren Feld, außerhalb der TOP 36 einsortiert. Aufgrund des Austragungsmodus war nun maximal Platz 19 zu erreichen, was für das ehemalige Leichtgewicht schon ambitioniert zu sein schien. Aber gleich im Vorlauf zeigte Simon, wozu er in der Lage ist: Platz 1 mit 22 Sekunden Vorsprung. Mit diesem Ergebnis wurde er logischerweise in die Zwischenläufe zu den Plätzen 19 bis 36 „hochgesetzt“. Hier belegte er mit einem knappen Rückstand den zweiten Platz und qualifizierte sich damit für das Finale D um die Plätze 19 bis 24. In diesem Finale lieferte er sich über die gesamte Distanz einen erbitterten Bord-an-Bord-Kampf mit einem sehr viel stärker eingeschätzten Konkurrenten und musste sich am Ende nur mit einer Sekunde geschlagen geben. Eine großartige Leistung von Simon und Platz 20 in der Endabrechnung!

Ruben steckt zur Zeit bis über beide Ohren in der Abiturvorbereitung, hatte zudem noch einige Krankheitsausfälle im Training, so dass die Ansprüche nicht hoch sein konnten. Bereits im Vorlauf wurde das Trainingsdefizit deutlich, als er über den 4. Platz nicht hinauskam. Aber mit seiner gewohnten, kämpferisch einwandfreien Einstellung zum Wettkampf ging er im Zwischenlauf an den Start und musste erst auf dem letzten Rennabschnitt einen Gegner vorbeiziehen lassen. Im Finale G mobilisierte er ebenfalls noch einmal alle Kräfte und erkämpfte sich den dritten Platz, in der gesamten Rangliste Platz 38. Mehr war aufgrund der fehlenden Kilometer nicht zu erreichen, aber Ruben hat wieder einmal bravourös gekämpft.

Eine Berg-Talfahrt (und zwar leider in dieser Richtung) erlebte Gero Hensengerth im Zweier ohne Steuermann mit seinem Partner aus Leverkusen. Mit einer der schnellsten ersten 500m setzten sie sich im Vorlauf direkt an die Spitze des Feldes und kontrollierten dieses mit einer Länge Abstand zum zweiten Boot bis ins Ziel. Ein toller Einstieg und bei weitem nicht ans Limit gegangen! Der Zwischenlauf war dann ein richtiges „Grützenrennen“, nichts lief und in am Ende waren sie 25 Sekunden (!) langsamer als im Vorlauf. Im Finale C dann das denkbar schlechteste Ende, als Gero aufgrund unvorhersehbar aufgetretener, allergisch bedingter Gesundheitsprobleme das Rennen abbrechen musste. Für einen Leistungssportler ist es die Höchststrafe, auf diese Art seine Leistung nicht zeigen zu können. Wie auch immer, so einfach gehen Hürther Schiffe nicht unter und die nächste Regatta sieht einen anderen Gero am Start!

Ein durchaus gemischter Start in die Saison liegt hinter uns und es fehlt noch so ein bisschen die Schaumkrone im Glas, mit der man sich zufrieden zurücklehnen würde. Die nächsten Starts finden  im Rahmen der Oberrheinischen Frühregatta in Mannheim am 27./28. April und der Internationalen DRV Juniorenregatta in München am 04./05. Mai statt.