Allgemein

Überraschende Nominierung für Junioren-Europameisterschaft!

Am vergangenen Wochenende wurde Gero aufgrund seiner Leistungen auf der Internationalen Juniorenregatta in München für die deutsche Junioren Nationalmannschaft anlässlich der Junioren Europameisterschaften nominiert!! Er wird in zwei Wochen (17. bis 19. Mai) im „kleinen“ Deutschlandachter auf dem Baldeneysee in Essen an den Start gehen. Es ist die erste Nationalmannschaftsnominierung eines Hürther Ruderers seit 10 Jahren und kam aufgrund einiger Rückschläge in der jüngeren Vergangenheit recht überraschend.

Schon im Winter wurde Gero durch seine starken Leistungen in das „Team NRW“ (die Landesauswahl) berufen. Zusammen mit seinem Zweierpartner Joshua Klaas (RTHC Leverkusen) ging er vor den Augen der Bundestrainerin am ersten Osterferienwochenende zur Leistungsüberprüfung auf der Regattabahn in Köln-Fühlingen an den Start. Das ein oder andere Mitglied war ja vor Ort. Hier galt es, sich bei 52 gemeldeten Booten aus ganz Deutschland nach Möglichkeit unter den Top 12 zu platzieren. Der Vorlauf lief hervorragend, mit einem Sieg und einer sehr guten Zeit zeigten die Beiden, dass mit ihnen zu rechnen ist. Der Zwischenlauf war dann … „totale Grütze“. Nichts lief zusammen und man beendete das Rennen auf dem letzten Platz. Am Folgetag sollte dann im C- Finale wenigstens noch der maximal mögliche Platz 13 erreicht werden, aber Gero musste wegen einer unvermittelt auftretenden Pollenallergie und entsprechenden Atembeschwerden das Rennen aufgeben. Die Enttäuschung war riesengroß und das heimliche Ziel, die Qualifikation für die Europameisterschaft im eigenen Land, war abgehakt.

Doch es ging leider noch weiter. Nachdem die Folgen der Allergie überwunden waren, kündigte sich bei Gero im anschließenden Trainingslager in Berlin eine Sehnenscheidenentzündung an. Sofort musste er mit dem Rudern wieder aufhören und verbrachte seine Trainingszeit auf dem Fahrradergometer und beim Joggen. Ohne entsprechende Vorleistungen wurde Gero dann mit seinem Zweierpartner aus der Mannschaftsbildung „aussortiert“ und fand sich schließlich in einem Vierer mit Frederik Breuer (Bonn) und Korwin Hildebrandt (Dortmund) wieder. Die beiden hatten kurz vorher jeweils ihre angestammten Zweierpartner verloren und nun bildeten diese Vier also eine „best of the rest“-Mannschaft. Da für Gero’s Handgelenk immer noch Schonung angesagt war, konnten in Vorbereitung auf die Münchener Juniorenregatta nur wenige gemeinsame Trainingskilometer gesammelt werden.

Auf der Regattastrecke in Oberschleißheim (auf der 1972 die olympische Regatta ausgetragen wurde), musste man dann gegen 15 andere Vierer ohne Steuermann antreten, darunter neben den deutschen Spitzenmannschaften auch die angehenden Nationalmannschaften aus Großbritannien, Kroatien, Polen, Österreich und der Tschechischen Republik. Im Vorlauf dann ein souveränder Auftritt des Rheinland-Vierers: Start-Ziel-Sieg mit 2 Sekunden Vorsprung vor den Briten, deren Attacken über den gesamten Verlauf der 2.000 Meter langen Rennstrecke abgewehrt wurden. Im Finale setzten die Vier dann noch einen oben drauf. Zwar mussten sie die (über einen langen Zeitraum eingefahrene) Mannschaft aus Frankfurt/Gießen/Limburg/Marburg ziehen lassen, aber dahinter setzte man sich auf dem zweiten Platz fest. Nach Ansage von Gero aus dem Bug konnte dann mit vereinten Kräften auch der letzte Spurt des britischen Bootes gekontert werden und ein sensationeller zweiter Platz war gesichert! Nach den Qualifikationsrichtlinien des Deutschen Ruderverbandes hatten sich Gero, Joshua, Frederik und Korwin damit die Nominierung für die Achtermannschaft erkämpft, die in zwei Wochen in Essen um den Titel des Europameisters an den Start geht.

Vielen Dank an das Trainerteam (Lorenz, Achim, Sabrina, Christoph) für die ganze Arbeit, Ralf Müller (RTHC Leverkusen) für die Betreuung des Vierers im Training und in München (inkl. der Fahrerei…) und an die sehr hilfreiche ärztliche Beratung und Begleitung! Lars Hüttler