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Wenn die Trainerin die Schnellste ist… (Indoor-Cup, Kettwig)

Mit dem ersten Sieg seit vielen Jahren kehrte die Trainingsmannschaft der Hürther RG von der Deutschen Ruderergometer-Meisterschaft in Essen-Kettwig zurück an den heimischen Otto-Maigler-See. Aber nicht die ambitionierten Nachwuchskräfte konnten mit einer Medaille glänzen, nein, Trainerin Sabrina Schoeps hatte sich kurzentschlossen für eine Teilnahme in ihrer Altersklasse entschieden und gewann ihr Rennen über die virtuellen 1.000 Meter mit satten 9 Sekunden Vorsprung! Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon können wir den ersten Meistertitel feiern: weiter so!

Beim Rudern ist es ja selten der Fall, dass das Publikum nur einige Meter entfernt steht und anfeuert, fetzige Musik das Rennen unterstützt und die von der Moderation angeheizte Stimmung in einer Halle die Aktiven förmlich über die Ziellinie trägt. Auch in diesem Jahr wieder ein großes Kompliment an die Ausrichter von der Kettwiger RG, die uns mit diesem Event „beschenken“! Und unsere teilnehmenden Junioren und Kinder hatten großen Spaß und ließen sich von der Stimmung zu teilweise großartigen Leistungen treiben.

Den Anfang machte Lukas Henseler in der Altersklasse der B-Junioren (15/16). Nach seinem überraschenden Sieg beim eher regional besetzten Kölner Ergo-Cup, war dies der erste Start gegen namhafte Konkurrenz aus ganz NRW und teilweise darüberhinaus. Und mit einem beherzten Auftritt steigerte er seine Bestzeit nochmal um 2 Sekunden, knackte die 5 Minuten-Marke (4:59 min über 1.500 Meter) und fuhr um nur 0,5 Sekunden an der Finalteilnahme der Deutschen Ergometer-Meisterschaften vorbei. Einfach unglaublich! Der Lohn hierfür war die Einladung des Landestrainers zu einem Lehrgang mit den besten B-Junioren aus NRW am kommenden Wochenende.

Mit genauso viel Motivation ging Lennert Zyla in derselben Altersklasse, allerdings bei den Leichtgewichten (max. 67,5 kg), an den Start. Auch er ging als Sieger des Kölner Ergo-Cups an den Start und hatte als Ziel die Finalteilnahme. Nun, „Ziel erreicht“, könnte man trocken kommentieren, aber das würde der Leistung nicht gerecht werden. Lennert holte wieder einmal im Endspurt alles aus sich heraus, so dass er als Zeitschnellster (!) unter den 63 Startern in das Finale der besten Zehn einzog. Man muss sich hierbei vergegenwärtigen, dass in der unbeschränkten Altersklasse der zeitliche Abstand zwischen dem Vorlaufschnellsten und dem Zehnten 13 Sekunden, in der Leichtgewichtsklasse aber lediglich 3 (!) Sekunden betrug. Im Finale fehlten dann die „Körner“, um diese Leistung in der immer dicker werdenden Luft in der Sporthalle zu wiederholen und so stand am Ende der neunte Platz auf der Ergebnisliste. Trotz dieser leichten Enttäuschung zum Ende, war es ein toller Start in die Saison! Und auch Lennert wurde in Anerkennung seiner Leistung vom Landestrainer zu dem Lehrgang der besten B-Junioren in NRW eingeladen.

Die Finalteilnahme fest im Visier hatte aufgrund seiner Vorleistungen Gero Hensengerth in der Altersklasse der A-Junioren (17/18). In dieser Altersklasse starteten einige Athleten, die die Nominierung für die Junioren-Nationalmannschaft anstreben, so dass die Konkurrenz und damit die Anspannung vor dem Start entsprechend groß war. Trotz muskulärer Probleme im Rücken fuhr Gero ein souveränes 2.000 Meter-Rennen, landete sicher auf dem 6. Platz und qualifizierte sich damit für die Teilnahme am Finale. Hier wollte er eigentlich versuchen sich um den ein oder anderen Platz in der Rangliste zu verbessern, jedoch verhinderten die immer stärker werdenden Rückenbeschwerden, dass er das Rennen zu Ende fahren konnte. Der Rennabbruch war hier die einzig richtige Entscheidung und seine eigentliche Leistungsfähigkeit auf dem Ergometer wird Gero zu einem anderen Zeitpunkt zeigen.

„Nie im Leben“ hätte wahrscheinlich die Antwort auf die Frage gelautet, ob sich Christian Förster in der offenen Altersklasse der Männer für das Finale qualifizieren könnte. Doch der enorm trainingsfleißige Abiturient gab mit einer tollen Leistung auf den letzten 500 Metern sein eigenes Statement ab. Nachdem er sich weite Teile des Rennens auf dem 12. Rang bewegte, ging er fast zeitgleich mit zwei Konkurrenten auf den letzten Streckenabschnitt der 2.000 Meter Distanz. Und hier nahm er ihnen dann eine bzw. zwei Sekunden ab und spurtete in neuer persönlicher Bestzeit auf den zehnten Rang, der die Qualifikation für den Finallauf bedeutete! Auch hier lieferte er wieder eine starke Leistung ab und bestätigte mit dem zehnten Rang seine Platzierung aus dem Vorlauf.

Ihren ersten Start auf einer großen Regatta über die Renndistanzen ihrer Altersklassen absolvierten Finn Schüller bei den B-Junioren und Till Blatz bei den A-Junioren, jeweils in der Leichtgewichtsklasse. Die beiden haben jeweils erst ein „Ruder-Lebensjahr“ hinter sich, haben kaum mit dem strukturierten Training begonnen, wollten aber unbedingt an den Start gehen. Sehr mutig! Sie zogen ihre Rennen durch, sogen die Atmosphäre auf und nahmen viele Erfahrungen mit in den nun beginnenden Trainingsalltag mit. „Das nächste Mal wird’s besser!“ als Motivationsmantra für das Leistungstraining ist nicht der schlechteste Antrieb…

Dank des Engagements der Trainer Linda Biniek, Gero Hensengerth und weiteren Unterstützer*innen aus dem Verein konnte endlich mal wieder eine größere Gruppe in den Altersklassen der Kinder (U15) gemeldet werden. Bei den 12-jährigen Jungen belegten Elias Mellin und Florian Kunze über die 1.000 Meter Distanz die Plätze 16 und 19, was in der Konkurrenz der NRW Vereine ein sehr ordentliches Ergebnis ist. Gleich drei Starter gingen dann in der Altersklasse der 13-jährigen Jungen an den Start und verteilten sich gleichmäßig in der Ergebnisliste der fast 50 Starter. Die große Überraschung war hierbei „Neuling“ Luca Günther auf dem 12. Rang, sehr gut die Leistung vom „leichten“ Vincent Mellin auf dem 24. Rang und etwas abgeschlagen Tim Rzyman auf dem 48. Rang. Da die Entwicklungen im Kinderalter unter Umständen sehr schnell verlaufen, können wir gespannt sein, wie sich die Truppe über die Saison hinweg präsentieren wird. Last but not least ging noch Aron Muckenfuss in der offenen Gewichtsklasse der 14-jährigen Jungen an den Start und belegte einen nicht erwarteten zehnten Platz! Mit einer gleichmäßigeren Renneinteilung wäre noch der ein oder andere Platz nach vorne möglich gewesen, aber auch so war es schon ein toller Erfolg.

Dieser Wettkampf war wieder einmal ein Höhepunkt in dem sonst etwas gleichförmigen Wintertraining der Ruderer und die erfolgreichen Rennen und die fantastische Stimmung in der THG-Halle werden sicherlich einige Wochen lang die Spannung und Vorfreude auf die Ende März beginnende „Wassersaison“ hoch halten. Als nächster Wettkampf ist für die Trainingsmannschaft der NWRV-Langstreckentest am 23. März in Oberhausen und für die Kindertruppe die Kinderregatta in Krefeld am 06./07. April geplant. Dann werden die Trainer*innen wieder am Rand stehen und die Bühne der Rennen den Athlet*innen überlassen… ;-))

 

Ergebnisse unter: https://verwaltung.rudern.de/event/show/1861